YoroiYoroi


 

Unter einer “Yoroi” versteht man die japanische Samurairüstung, bestehend aus Brustpanzer (Do), Helm (Kabuto) mit Gesichtsschutz (Menpo) ,Arm (Kote) und Beinschutz (Haidate) sowie Hüft und Oberschenkelschutz (Kusazuri). Unter dieser Yoroi wurde eine Hakama oder eine Yukata getragen.
Eine Yoroi unterscheidet sich extrem zu den europäischen Ritterrüstungen, speziell in ihrem Gewicht und der Ausführung. Die Yoroi wurde vom Samurai nur bei Schlachten getragen und war von sehr einfach bis sehr prunkvoll verziert gehalten. Dies war zum einen eine finanzielle Angelegenheiten, aber auch eine Frage des Ranges des jeweiligen Samurai. Die unterschiedlichen Teile der Rüstung sind so konzipiert, das man eine sehr große Bewegungsfreiheit hat und mit dem Katana oder Tachi einigermaßen gut kämpfen kann. Die komplette Rüstung besteht aus Metallplatten, Lederteilen, Baumwolle und teilweise Bambusplättchen.

"Yoroi Kumiuchi" - Das Kämpfen in der Samurairüstung
"Yoroi Kumiuchi" - Das Kämpfen in der Samurairüstung

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Einfache Rüstungen wurden aus Baumwolle und Leder hergestellt, die exponierten Teile wurden aus Bambus gefertigt der sich über heißen Dampf leicht biegen lässt. Die Bambusteile wurde dann oftmals lackiert, das jedoch nicht für jeden Soldaten erschwinglich war. Solche Rüstungen wurden hauptsächlich vom Fußvolk, meist Bauern getragen.
Reichere Soldaten, in der Regel Samurai, waren in der Lage, teure Rüstungen mit Metallpanzern zu kaufen oder sogar maßfertigen zu lassen. Der Unterschied liegt hier klar auf der Hand.
Während ein Schwerthieb an einer mit Metall gepanzerten Rüstung abgleitet ist die Möglichkeit sehr groß, das die bambusgeschütze Rüstung zerbricht bzw. einem Schlag nicht standhält.


 

Trotz der verhältnismäßig leichten Bauweise der japanischen Rüstung ist sie für die waffentechnischen Begebenheiten des mittelalterlichen Japans ein hochkomplexer Schutz. Viele der alten Koryu Systeme beinhalten Techniken um einen Gegner in Rüstung zu besiegen. Ein geübter Shurikenwerfer, wußte zum Beispiel um die Schwachstellen ganz genau Bescheid und erkannte effektive Trefferzonen.

Ein sehr beliebter Treffer mit Langwaffen war die Kehle und die Schläfe die gut angesetzt einen Backen oder Schädelbasisbruch auslösen können. Waffenlose Techniken zielen darauf ab, das „Skelett“ der Rüstung zu brechen, also die Armschienen zu verkanten, zu verhaken, Rüstungsteile gegeneinander auszuspielen usw. Somit liegt der Schwachpunkt der Yoroi in der Anfälligkeit gegenüber unrunden Bewegungen bzw. gegenüber dem Verhaken, Verkanten, Zerbrechen und Verbiegen. Eine weitere Schwachstelle ist wie bei allen Rüstungen das Gewicht. Ein Soldat, der einmal am Boden lag, brauchte relativ lange, um wieder aufzustehen. Dies konnten ihn das Leben kosten, so war es oft sinnvoller liegen zu bleiben und sich tot zu stellen, um auf das Ende der Schlacht zu warten.